Den Weihnachtskleid-Sew-Along verfolgte ich ja mit großem Vergnügen, doch mitmachen? ich? Wo mich doch, sobald ein Termin drückt, die Lust verlässt?
Bis zum Panik Montag war also nichts dergleichen vorgesehen. Am Mittwoch aber, es stellte sich immer noch kein Weihnachtsstress ein und das Kindelein war bereits zu den Großeltern abgereist, fiel mir beim Aufräumen des Bastel- und Studierstübchens das da
und damit eine meiner schon lange harrende Herausforderung in die Hände. Ein Schnittmuster aus der Sybille – erinnert in seiner Postkartengröße entfernt an die Lutterloherei. Hier wird aber nicht gemessen, sondern gezählt, Kästchen nämlich. Selbige werden gedanklich auf 10 cm skaliert um dann aus vielen Punkten einen Schnitt zu kreieren.
Das ging erstaunlich schnell, ergab aber nicht die , laut Erinnerung notwendige m72, sondern eine m82.
Also ergehe ich mich in wildem Kreuz- und Quergemesse und beschließe am Ende ringsum einen Zentimeter wegzulassen, d. h. die Nahtzugabe einzusparen. Nix für ernsthafte Schneiderlein, aber für tapfere (unbekümmerte, blauäugige).
Das ist auch deshalb nötig, weil der Stoff den ich verwenden möchte, zwar ausreichend breit liegt, allerdings nur 1,2 statt der geforderten 3m lang ist. So ist das halt mit Schnäppchen, man muss Kompromisse schließen.
Längeres Drehen und Wenden der Schnittteile führt zum Beschluss Rock und Ärmel um ca. 10 cm, das ist etwas mehr als nötig, zu kürzen und damit zur Lösung.
Beherzt zugeschnitten und genäht und - voilà – da ist es, mein WeihnachtsWickelWinterkleid. Passt prima, ist sehr gemütlich, hat Taschen und nur ein einziges, dafür aber entscheidendes Manko – es ist für Weihnachten definitiv zu grau. Deshalb erst heute, am Me Made Mittwoch getragen. Danach wird dann entschieden, ob es so bleibt oder ob ich einen Färbeversuch wage. Rot oder Grün könnte ich mir vorstellen.
Perfekt ist das ganze natürlich nicht. Ein kleiner Denkfehler beim Verkleinern machte einen Einsatz unterm Kragen nötig. Der Bund ist im falschen Fadenlauf zugeschnitten und hat innen den Charme einer Patchworkdecke. Doch was schert das einen großen Geist…
Zum Schnitt: Bei dieser großzügigen Schnittführung ist das Vergrößern des Schnittes kein Problem. Die Anleitung ist recht knapp gehalten. Ein Beispiel: “Flügeltaschen in Rockteile einarbeiten” beinhaltet sowohl den Zuschnitt, als auch das Nähen aller benötigten Taschenteile. Das sollte man also schon mal gemacht haben oder ein gutes Ratgeberlein besitzen. Der Schnitt stammt aus der Sybille vom Juni 1980.






schade, dass ich diese sybille nicht habe, eigentlich gar keine.
der schnitt ist wunderbar und das kleid erst recht.
lg monika
Du siehst darin umwerfend gut aus, ich müsste da erstmal den Weihnachtsbraten von der Hüfte bekommen …
Das kleid gefällt mir auch ausgesprochen gut. Eine gute Idee, ein Winterwickelkleid. Sehr schick! Und ein Schnitt aus den 80ern? Naja, von 1980, das ist ja nochmal was anderes…
Toll!
Melleni
Boah…. Bei den Voraussetzungen ist das ein spitzenmäßiges Kleid geworden! Auch die Farbe finde ich i. O., solche ‘zurückhaltenden’ Stücke braucht frau doch auch in ihrem Kasten, also bitte nicht färben (wer weiß, ob Du dann noch mit der Farbe wenigstens leben könntest).
Sybille? – Nie gehört, aber Hut ab vor so viel ‘Unternehmergeist’, ich muss Schnitte immer vorgekaut serviert bekommen *augenroll*
Glückwunsch nochmals zu diesem tollen Kleid,
Liese
wunderbar Dein Kleid bloss nicht färben! Sehr stylisch und innen wen interessiert wies innen aussieht!
Gefällt mir gut!
Sybille ist doch noch aus dem Osten? Hatte meine Mutti viele aber leider falle ich Größentechnisch total aus dem Rahmen *kicher*
sei lieb gegrüßt
Anja
Toller Schnitt, tolle Umsetzung! Gefällt mir SEHR gut.
Liebe Grüße,
Anja
Toll sieht das Kleid aus! Ich würde es auch auf keinen Fall färben.
Grüße von Katja
Gutes Kleid! Auch mit dem hochgestellten Kragen gut tragbar. Als Anthrazit-Fan würde ich von Färben aber dringend abraten. Allerdings mit grasgrünen Schuhen – wär das für mich der Knaller! Oder ist das ein lindgrüner Faden im Stoff? Farben rüberbringen ist ja bei Fotos immer so eine Sache… Rot als Kombifarbe geht natürlich auch. Also, ich würde es grau lassen…
Einfach wunderschön. Wirklich toll.
LG Annett
Bitte nicht färben….Da passt gerade alles!!
Dein Bericht ist klasse, ich habe mich köstlich amüsiert. Ich muß auch immer Kompromisse schließen und improvisieren. aber das macht das Leben ja gerade spannend…..
Und bei einem Schnitt von 1980 gab es noch keine (überdimensionalen) Schulterpolster.
LG
Wiebke
Das Kleid sieht einfach großartig aus. Ich finde die Version mit dem hochgestellten Kragen besonders schön.
Herzlichen Gruß Bella
Tolles Kleid und ich bin auch gegen färben.
Bllickdichte Strümpfe in der Farbe der Knöpfe und graue Schuhe dazu und perfekt. Oder Strümpfe in der Farbe von farbigen Lieblingsschuhen.
Es gibt soviele Möglichkeiten bei grauen Kleidern. Ist doch prima.
Grüße
Elke
Das war sehr spaßig zu lesen, verbirgt aber völlig den Mut und die kurzdurchdachte Selbsthilfe, die darin stecken. An so einen Schnitt hätte ich mich wohl nie gewagt und wenn doch, dann wäre ich sicher nicht so glücklich herausgekommen. Meinem Geschmack entspricht ein graues Kleid ja; du könntest vielleicht auch eine bunte Strumpfhose und farblich passenden (Haar-)schmuck zum Aufpeppen benutzen?
Liebe Grüße sende ich dir und die besten Wünsche für 2012,
Nova
It’s a lovely dress and beautifully constructed!