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Irgendwie liegen Faltenröcke in der Luft. Als mir im Sommer ein passender Stoff in einer Restekiste begegnete, war der eigentlich gewünschte Jupe Chardon gerade nicht zu haben. Ich erinnerte mich an ein Kleid mit einem ähnlichen Rockteil in einer La Maison Victor. Der Schnitt ließ sich unkompliziert nähen und hat Taschen. Einziger Makel – der Stoff ist ein Polyesterkrepp. An sich recht griffig, meine Nähmaschine mochte ihn allerdings nicht. Am Bund ist ein Herzchenband gegengenäht und verschlossen wird mit einem Einzelstück aus meiner Knopfkiste.Auf der anderen Seite nimmt der absolut knitterfreie Stoff die Enge im Rucksack nicht übel, das reisefreundliche Muster tut ein Übriges, so dass wir jetzt gemeinsam die Wirkungsstätten der griechischen Heroen erkunden konnten. Das ist auch der Grund, warum ich Mitte Oktober so luftig zum MMM erscheinen kann und mit Wandersandalen kombiniere. Die Hoffnung, dass häufiges Tragen des Rockes im Urlaub auch zu hübschen Bildern führt, hat sich leider nicht erfüllt. Wieder einmal musste ich feststellen, dass man mich besonders gern beim Knipsen knipst: Vorzugsweise beim Fotografieren von Dingen, die sich weit unten (eigentlich Glück, dass ich nicht auf dem Bauch liege) oder weit oben und im Dunkelnoder weit weg befinden (immerhin, die erhöhte Position auf dem Brückengeländer ist doch schon ganz gut). Wenn dann Licht und Haltung mal stimmen, ist natürlich der Ausschnitt verrutscht … Die Tasche, die daran schuld ist, ist auch selbstgenäht und hat sich in den letzten Jahren bestens bewährt. Am Ende ist es mir doch nicht so wichtig, mich selbst in Szene zu setzen, wenn es rundherum so viel zu gucken gibt. Dafür kann ich sehr geduldig warten, bis 10 Cent sich in die richtige Fotoposition begibt. Schnitte: Rockteil vom Kleid Flo aus La Maison Victor Mai/Juni 2017, Tasche eigener

Ein Gruß an die beiden Elkes, die heute den MMM eröffnen, zumal die eine einen beachtlichen Anteil am Faltenrock-haben-wollen hat.

 

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Vor Jahren bestellte ich mit einem Schwung Reststücke unter anderem einen knappen Meter Canvas. Unter dieser Bezeichnung kann sich ja allerlei verbergen, aber für eine Tasche sollte der Stoff auf jeden Fall taugen. Beim Auspacken stellte sich heraus, das der knappe Meter reichlich bemessen war und der Stoff außerdem 280 cm breit lag. Der Taschenplan wurde ad acta gelegt, durch eine Mantelidee ersetzt und musste erst mal warten. Nachdem ich kürzlich mit Doreen beschlossen hatte, beim nächsten Burgnähtreff einen Robson Coat zu nähen, kramte ich den Stoff raus, um festzustellen, dass der dafür dann doch nicht reichen würde. Aber die Mantelidee einfach fallen lassen? In meinem Merkmüll- Archiv ploppten ein roter und ein goldiger Burda Mantel auf, die ich auch beide in meinem Heftesammelsurium fand. Den Schnitt für den roten gab es erst ab Größe 38, der güldene ist aber eine Kurzgröße, na bitte! Über Metallic-Crashstoff, Gummismoktaille und Dreiviertelärmel sah ich erst mal hinweg und beschloss, dass das genau das ist was ich suche. Der Schnitt war schnell kopiert, der Zuschnitt dauerte etwas länger, da ein reichlicher Meter Stoff dann eben doch wieder etwas knapp ist. Zu nähen ist der Mantel sehr einfach, einzig die Steppnähte brauchen etwas Zeit und Sorgfalt. Burda steppt im Abstand von einem Zentimeter, ich habe mich am Nähfüßchen orientiert. Das ist bei meiner Maschine ein klein wenig mehr und führt zu einer Stepplinie weniger am Saum. Die Dreiviertelärmel habe ich verlängert, den Gummismok in der Taille und die Druckknöpfe durch einen Gürtel ersetzt. Der könnte ein bisschen länger sein, dafür reichte der Stoff aber nicht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr, sehr zufrieden. Der Mantel schließt tatsächlich eine Lücke im gar nicht so kleinen Kleiderschrank. Ein Obendrüber in neutraler Farbe fehlte. Es gibt doch immer mal Situationen, in denen meine eher farbenfrohen Sachen unpassend sind. Der dicht gewebte, leicht beschichtete Stoff ist recht winddicht und hält hoffentlich auch einem leichten Schauer stand. Darunter trage ich heute ein Kleid, ebenfalls nach einem Burda-Schnitt, welches bei Gelegenheit noch einen Solo Auftritt bekommt und mein heißgeliebtes Frühlingsjäckchen von 2012. Wieder einmal habe ich festgestellt, dass ich bei Burda immer ein wenig brauche, um Schnitte für mich zu entdecken. Ich nähe ganz selten aus aktuellen Heften, krame aber doch hin und wieder ein älteres Exemplar raus.

Mantel: Burda 2/2008, Mod 117, Kleid: Burda 8/2012, Mod 133, gezeigt beim MMM

Das ist mein Bunter Hund, dessen Arbeitstitel von der Radeberger Nähgruppe in das „Die-ist-nicht-ganz-knusper“-Projekt verwandelt wurde und der inzwischen so weit gediehen ist, dass ich ans Zusammennähen der Decke denken kann. Wenn da vorher nicht die Sache mit der gleichmäßigen und doch zufällig wirkenden Verteilung wäre. Damit werde ich mich sicher noch ein Weilchen beschäftigen. Mein Umfeld ist da ganz unterschiedlicher Meinung. Die Tochter kommentierte, die im Wohnzimmer ausgelegten Hexies, mit einem „das willste aber nicht SO zusammennähen“, während Claudia und Regina, denen ich das Bild beim freitäglichen Nähtreff zeigte, ein zweistimmiges „oh, toll, ein Regenbogen“ anstimmten.  Für meine Begriffe fehlt es dem Regenbogen an Ausgewogenheit und außerdem stören mich die andersfarbigen Mittelpunkte. Da die Stoffe ausschließlich aus den Resten meiner Nähereien stammen, spiegeln sich auch unsere Lieblingsfarben sehr deutlich. Ich werde also meine Hexies noch ein wenig hin- und herschieben und inzwischen die fehlenden Randstücke nähen.

Creadienstag

Heute trage ich ein weiters Teil meiner Sommernäherei. Der schwarze Rock aus meiner Dakannmannochwasdrausmachen-Kiste, ursprünglich mal ein schlichter Kräuselrock mit hübschen Pünktchen, bekam als Faltenrock ein zweites Leben.Der Gummi war mittlerweile zerbröselt und Länge und Weite sowieso etwas üppig für mich. Da mir gerade nach Faltenröcken ist, plante ich einen solchen. Als erstes wurde ein breiter Bund umgeschlagen und festgesteckt, dann ein Reißverschluss eingenäht, die vorhandene Weite auf den dreifachen Taillenumfang reduziert und die Falten gesteckt. Die liegen alle in einer Richtung und eigentlich wollte ich sie an der Oberkante in Paperbagmanier offenlassen. Dafür ist der Stoff allerdings zu weich. Also steppte ich am Bund drei mal drüber. Da der Saum erhalten blieb, war das ein schnelles Projekt.Schwarz ist so gar nicht meine Farbe, weshalb ein bunter Kombipartner dazu muss. In diesem Fall ein sehr grünes, älteres Matera-Shirt.

MMM

Patchwork

Zwei Patchworkprojekte schlummerten über den Sommer im Bastelstübchen und sind in den letzten Tagen wieder rausgekramt worden. Da ist der „Bunte Hund“ ein Hexagonquilt, der gemütlich auf der Couch und an der warmen Heizung weiterwachsen darf.  Das zweite Schlummerprojekt sollte eigentlich jeden Monat um ein Zwölftel wachsen. Ich musste wieder einmal feststellen, dass so eine Häppchennäherei nicht meine Sache ist. Nach den ersten beiden Blöcken passierte bis letzte Woche nicht viel. Seitdem habe ich die fehlenden Blöcke zugeschnitten und genäht. Die schmalen Streifen flimmern auf den Bildern ganz schön, in vivo ist das nicht ganz so schlimm.2017-09-19Die Anleitungen sind sehr ausführlich und abwechslungsreich, zeigen viele Techniken und Varianten. Meine Stoffwahl ist etwas kontrastarm. Das wird ein Nah-Dran-Quilt. Da unsere Zimmer nicht besonders groß sind, ist die Fernwirkung eh nicht so wichtig. Mit zwei Stoffen auszukommen, erweist sich als Herausforderung, ist bis jetzt aber immer geglückt. Spannend wird es durch den gestreiften Stoff, man muss vorher wirklich gut überlegen, in welcher Richtung man zuschneidet, kann aber auch schöne Effekte erzielen. Die ersten beiden Blöcke waren ja selbst für meine Verhältnisse sehr ungenau. Der Grund: Inch und Inch sind nicht immer gleich lang. Auf Schneidematte und Lineal habe ich ein Quentchen Differenz, was sich im Block dann doch summiert. Seit ich ausschließlich mit dem Lineal messe, ist dieses Problem gelöst. Ich bin gespannt auf die letzten drei Blöcke der 6 Köpfe,12 Blöcke.

Creadienstag

Selten nähe ich einen Schnitt mehrmals, ist doch das Ausprobieren neuer Sachen viel spannender. Ab und an erwische ich dann doch einen Schnitt, der zum Dauerbrenner wird. So geschehen mit Simplicity 7051, von dem ich eigentlich immer ein Exemplar habe. Vor einigen Jahren wurde er hoch und runter genäht, jetzt habe ich ihn schon länger nicht mehr gesehen. IMG_5123Dieses Kleid entstand im Sommer als Ersatz für ein zerschlissenes. Der wilde Stoff macht es zum idealen Reisekleid, da Klecker, Knitter und co. einfach untergehen. Der Stoff ist auch deshalb besonders schön, weil er vom Tauschtisch der Burgnäherei im Frühjahr stammt. Natürlich weiß ich mal wieder nicht, wer die großzügige Spenderin war, bedanke mich also bei der gesamten Runde. Das Stoffstück war relativ groß, hatte aber mit erheblichen Druckfehlern einen entscheidenden Haken. Da hat eine der Walzen wohl auf einem Drittel der Breite ausgesetzt. Mit ordentlich Puzzelei beim Auflegen bekam ich aus dem „richtigen“ Stück tatsächlich ein Kleid und freute mich an den Vorzügen des Kleinseins. Der „falsche“ Rest wurde noch ein Hemdchen. Hier sind ein paar Druckfehler drin, die im Stoffmuster allerdings ziemlich untergehen. Der Schnitt stammt aus „Alles Jersey – Shirts und Tops“und ist mein erster Test mit diesem Baukastenbuch.

MMM

Der MMM beendet die Sommerpause und fragt nach den schönsten Ferienerlebnissen. Ich fühle mich wie ein Viertklässler und kann mich nicht entscheiden, außerdem sind die Ferien schon viel zu lange her. Wir planen gerade für die Herbstferien, denn bis dahin sind es nur noch vier Wochen.Ich habe zwei Kurzurlaube gemacht, während der Rest der Familie durch Amerika roadtripte. Einmal zu Fuß, einmal mit dem Rad und deshalb beide Male mit Minimalgepäck. Shirts und Wanderhose aus eigener Werkstatt waren zwar dabei, da ich allein unterwegs war gibt es davon keinerlei Bilder. Mein Herz für Selfies habe ich nämlich noch nicht entdeckt. Am schönsten war sowieso der Tag danach, als wir das erste Mal wieder zu dritt am Frühstückstisch saßen.Deshalb gibt es von mir heute Alltagskost – ein relativ neues T-Shirt und meine Ginger Jeans. Das Shirt ist ein Swingjurk aus der La Maison Victor vom Frühjahr 2016. Ich wünschte mir ein flatteriges Shirt und fand den Kleiderschnitt dafür passend. Ich mag die Passform um die Schultern, den leichten U-Boot Ausschnitt und die Dreiviertelärmel. Der dünne schokoladenbraune Viskosejersey ist für den Schnitt bestens geeignet. Insgesamt habe ich das Kleid reichlich 30 cm gekürzt und den tiefen Rückenausschnitt durch einen normalen ersetzt. Schließlich sollte es ein ganz unspektakuläres Shirt werden. Es hat sich definitiv schon zu einem Lieblingsteil gemausert, auch weil die Farbe zu fast allem in meinem Schrank passt.