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Himmelsküsse

„Each raindrop is a kiss from heaven“„Jeder Regentropfen ist ein Kuss des Himmels.“Friedensreich Hundertwasser Natur-Donnerstag

Auf dem Weg zum Bahnhof trafen wir hungrige Schwalben, fanden eine Sumpfwurz mit Ameisenbesuch am Wegesrandund beim abendlichen umsiedeln der Nacktschnecken fing das Kind den Mond …Naturdonnerstag

… oder einfach irgendwelche Eier, wie hier im Hause von meinem hungrigen Probanden gemutmaßt wurde. Auf jeden Fall die sofortige Verarbeitung der Vorfilzreste vom Kurs. Den schwarz-weißen Übergangsbereich fand ich sehr geeignet für Steine. Später legte ich noch einen weiteren Filz aus, da ich versuche endlich mal die Reste und Restchen in den Woltüten aufzubrauchen. Außerdem musste ich noch was Neues ausprobieren. Die Sommerpost zaubert Sonnendrucke. Die nasse Farbe, die unter Gegenständen hervorwandert, finde ich sehr faszinierend und freue mich an der simplen Methode. Das Ergebnis ist sicher ausbaufähig, aber zeigt, dass das tatsächlich funktioniert.Creadienstag

Elbabwärts

Die Idee ein Ziel mit Muskelkraft zu erreichen ist für mich immer reizvoll. Vor meinem Filzkurs bei Jana hatte ich noch ein paar Tage Zeit. Der Blick auf die Karte zeigt, dass die Elbe unsere Wohnorte fast verbindet und damit der Elberadweg die ideale Route darstellt. Für eine Tür zu Tür Tour reichte die Zeit nicht mehr (bzw. fehlte mir der sportliche Ehrgeiz) und außerdem kenne ich die Bereiche um Dresden schon ziemlich gut. Ich startete also bei lieben Freunden in Magdeburg. Ein Besuch der Blauen Zitadelle (die eigentlich rosa) ist und des Magdeburger Doms machten den Anfang, dann machte ich mich rechtselbisch auf den Weg. Durch die Magdeburger Elbauenparks, am Wasserstraßenkreuz vorbei weiter Richtung Jerichow. Weil ich das Kloster anschauen wollte, blieb ich auf der rechten Elbseite, wo der Weg momentan aus einer Reihe von Umleitungen besteht, die z.T. unsinnig aneinandergereiht, schlecht ausgeschildert und wenig abwechslungsreich sind. In weiten Teilen Sachsen Anhalts hat man ja das Kunststück fertig gebracht, alle Landschaft beiseite zu räumen. Nach Tangermünde wechselte ich die Elbseite, verstand aber immer noch nicht, warum der Elberadweg so beliebt ist …Nach dem Kloster in Jerichow war Havelberg dann das erste der hübschen, kleinen,  historischen Städtchen, die in Halbtagesabständen zu Zwischenstopps einladen. Jetzt führten die Wege meist aussichtsreich auf dem Deich entlang. Altarme und Wiesen mit knorrigen Baumriesen begleiten die Elbe. Störche staksen durch die Wiesen und Milane kreisen am Himmel.Hübsche, verschlafen Dörfer und Fachwerkstädtchen liegen auf der Strecke. Mir haben es die Pappel- bzw. Stockrosen angetan, die in keinem Garten fehlen und auch in der Stadt viele Ecken und Eckchen überwuchern.Außerdem hatte ich viel Sonne, viel Regen, viel Gegenwind und am Abend immer ein mehr oder weniger lauschige Plätzchen fürs Zelt.In Lauenburg verließ ich die Elbe und folgte dem Elbe-Lübeck Kanal bis Ratzeburg. Dort hatte ich noch einen Tag Zeit, entdeckte eine Hundertwasserausstellung (der Kreis schließt sich) und erreichte am Samstagmorgen nach reichlich 400 km überpünktlich das Häuschen.Zum Naturdonnerstag mit Mohnblumen am Feldrand, die es immer wieder schaffen, dass ich für eine kurze Fotopause absteige.

Kreative Auszeit

Eigentlich war ich nur mal wieder bei einem Filzkurs . . ..

Stimmt auch und doch nicht ganz, denn Janas Kurse sind so viel mehr. Schon im vorletzten Januar war ich begeistert vom Zauber des Häuschens. Natürlich geht es um ein Filzstück, um Techniken, Farben und Formen. Doch beim gemeinsamen Tun werden so viele andere Facetten aufgegriffen, entstehen Gespräche über alles und nichts, über Ernstes und Banales, wird aus einer Gruppe Fremder eine Runde die lachend um den großen Tisch sitzt und zum Abschied noch auf dem Hof steht, schwatzt und die Zeit vergisst.Verwandler und Tischsets standen auf dem Programm. Der Kurs war eigentlich schon lange ausgebucht. Irgendwann schaute ich doch noch mal in den Plan und fand einen freigewordenen Platz. Ohne wirklich darüber nachzudenken, buchte ich ihn. Die Ideen sprudelten sofort und eines der immer auf meinem Tisch liegenden Blätter füllte sich mit Kritzeleien. Nordwestmecklenburg liegt nicht gerade um die Ecke und da ich vorher noch ein paar Tage Zeit hatte, beschloss ich via Elberadweg mit dem Fahrrad anzureisen. Mir fiel der Einstieg dieses Mal schwer, ich war müde und nicht so recht bei der Sache. Doch im Laufe des Tages fand ich meinen Rhythmus und konnte meine Vorstellung auch ziemlich gut umsetzen. So große Formate sind für mich eine echte Herausforderung. Als alle anderen schon am Filzen waren, legte ich noch aus. Meist finde ich schnell ein Grundgerüst, die Spielerei braucht dann aber ihre Zeit. Hier was weg und da noch was hin oder alles weg und doch ganz anders (und ich glaube damit hätte ich noch eine ganze Weile zubringen können).Zwischendrin radelte ich zu meinem schönen Quartier, traf unterwegs Kraniche, Reh und Hase und freute mich über den Blumenstrauß, der mich in meinem Zimmer begrüßte und den morgendlichen Blick übers weite Land. Am Sonntag kam ich dann richtig in den Fluss, konnte mich endlich entscheiden, brachte ein bisschen Schnick und Schnack an, filzte, filzte, filzte, bekam noch kräftige Unterstützung beim Walken und ein Taxi zum Bahnhof. Kurz vor Mitternacht war ich schließlich zu Hause. Im Gepäck meinen neuen Verwandler und ein Stück duftende Reiseseife von Kerstin.

Creadienstag

Berchtesgadener Alpen

Während Mann und Kind Urlaub 9000 km weit weg machen, wollte ich nicht zu Hause sitzen und Däumchen drehen. Ich habe ja nun endlich mal Zeit, das zu tun, wozu die beiden immer nicht so die rechte Lust haben. Also eine Hüttentour durch die Alpen. Nun sind erstens Sommerferien und zweitens nur wenige Gebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln wirklich gut zu erreichen. Die Gegenden die übrig blieben, waren dann auch die, die wirklich jeder kennt. Ich entschied mich für Berchtesgaden, wo ich vor 20 Jahren schon mal drei Tage in Dauerregen und Nebel verbracht und keinen einzigen Berg gesehen hatte.

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Es hätte eine schöne Runde gegeben, allerdings war ein Großteil der Hütten schon sehr gut ausgebucht und die Wettervorhersage versprach täglich Gewitter. Mit 200 Leuten eine Hütte zu teilen, entspricht nicht so ganz meinem Traum von Hüttenromantik und im Gewitter auf Graten rumsteigen ist auch keine besonders gute Idee. Ich buchte mir kurzerhand ein Zimmer im Tal und marschierte nun jeden Tag von unten los. Da kommt man zwar nicht bis auf die Gipfel, aber immerhin auf aussichtsreiche Almhöhen. Der erste Tag versprach das beste Wetter und so reizte ich ihn mit einer 11stündigen Tour ordentlich aus. Sobald man den Königssee hinter sich lässt und von den breiten Kieswegen auf die Bergpfade wechselt, ist man mit sich, der Idylle und den Leuten, die sie schätzen können, allein.

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Ich freute mich über Fernblicke und Tiefblicke über Pflänzchen und Getier (ein Murmeltier und eine Gämse – immerhin). An den nächsten Tagen gab es kürzere Touren und irgendwann gaben meine (vor einem halben Jahr frisch besohlten) Schuhe den Geist auf. Da zeigt sich dann der Vorteil einer Touristenhochburg, denn neue Schuhe aller Preislagen sind dort kein Problem.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Zwischenstopp in Salzburg – sehr hübsch und sehr überlaufen und werde jetzt mal schauen, ob die Vögel noch ein paar Johannisbeeren im Garten hängen gelassen haben.

Leider nur Handybilder, da die Familienkamera mit unterwegs ist.

Naturdonnerstag

Urlaubsgarderobe

Im Kleiderschrank des Fräuleins taten sich kurz vor dem Urlaub erhebliche Lücken auf, so dass ich doch noch mal ein paar Stunden schnöde Basisteile nähte. Gebraucht wurden Wanderhosen, Flatterhosen, kurze Hosen – leicht, rucksacktauglich, praktisch und unkompliziert. Dazu passende Shirts. Ein, nach dieser Anleitung selbstgezeichnetes Blüschen und ein Anneshirt, für das auch schmale Stoffstücke reichen. In diesem Fall habe ich aus den 50 cm Querstreifen ein längsgestreiftes Shirt genäht, was dank des bielastischen Materials problemlos funktionierte. Den Ausschnitt habe ich, wie immer, verkleinert.Für die Hosen kamen bewährte Schnitte zum Einsatz – links Burda 5/2011 (und damit quasi eine Neuauflage der durchgewanderten Hose), rechts 3x der gleiche japanische Schnitt (Yoshiko Tsukiori, „Stylish Dress Book“, Modell K), den wir schon in verschiedenen Ausführungen tragen. Die dunkelgrünen Hosen sind aus einem BW-Synthetik-Gemisch von Extremtestil. Sehr leicht, robust und schnelltrocknend. Die kurze Hose aus BW-Fahnentuch und die bunte aus Polyirgendwas. Da fand ich das Muster so hübsch.Bei allen Modellen habe ich die Taschen ergänzt oder verändert.  Creadienstag