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und deshalb nähte ich der Freundin aus den Resten ihrer Jacke noch einen schönen, warmen über-die-Hose-Wanderrock.DSC00873 Schnitt hatte ich keinen, aber meinen eigenen Rock, den ich auf den Stoff legte und etwas vergrößerte.

gezeigt beim Creadienstag

auf Reisen

In diesem Sommer war die Grüne Insel unser Ziel. Eine Ecke Europas, die bisher ein weißer Fleck auf unserer persönlichen Landkarte war. Vorgestellt hatten wir uns grüne, mystische Landschaften, romantische Burgen und Klöster, wilde Küsten, schafige, grüne Hügel mit hübschen Cottages, das Licht des Nordens … all das fanden wir auch, aber längst nicht in dem Ausmaß wie gedacht.

An- und Abreise über Wales – am Zungenbrecher fuhren wir zufällig vorbei und beim Warten auf die Fähre entdeckten wir ein erstes kleines Hügelgrab, der Rückweg führte uns dann an der Tintern Abbey vorbei.IrlandWir kamen in Dublin an und obwohl wir am Anfang eines Urlaubs nie große Stadtbummellust haben (Stadt haben wir tagtäglich), schlenderten wir noch eine Runde durch die City. Dublin ist eine quirlige Stadt und vor allem am Abend ist richtig viel los. Es gibt eine Menge must sees und must dos. Während uns die georgianische Komplettbebauung einiger Straßenzüge weniger begeisterte – das ist alles ziemlich uniform und auch die bunt angepinselten Türen reißen das nicht raus, uns auch die besten Fish and Chips der Stadt nicht überzeugen konnten, war unser Dublin Highlight eindeutig das Book of Kells. Unser Sonnen-Teenie bestand nämlich darauf, eine Museumsbibliothek mit alten Handschriften zu besuchen und war damit wirklich glücklich.Irland1Die alten Klosteranlagen von Glendalough erkundeten wir einen total verregneten Vormittag lang. Hier passte das Wetter aber gut zum Geist des Ortes.Irland2Als es dann bei der Schlafplatzsuche doch noch aufriss, stiegen wir auf den nächsten Berg (den Djouce) der Wicklow Mountains und genossen die Aussicht über Küste und Hinterland. Der Sonnenschein reichte nicht ganz bis zum Parkplatz zurück, bevor ein stürmischer Regen einsetzte. Lustige Wandererkenntnis: wenn du dem entgegenkommenden Wanderer problemlos ausweichst, war es ein Festlandseuropäer, wenn ihr nach derselben Seite springt, ist es ein Insulaner – Linksverkehr auch hier – man kann eben nicht aus seiner Haut.Irland3Die Hügelgräber von Newgrange sind so kühn rekonstruiert, dass ich da meine Zweifel habe … die Geschichten drumherum sind trotzdem interessant. In dieser Gegend, nördlich von Dublin, kann man alle 10 Minuten an einem Rundturm oder Hochkreuz, an einer Abtei oder ähnlichem anhalten und auch wenn man sich sehr viel Mühe gibt, wird man nicht alle schaffen. Wir pickten uns auf unserem Weg in den Norden ein paar heraus, wussten wir doch, dass auch im Rest des Landes immer wieder alte Steine warten.Irland4Um den Giant’s Causeway zu sehen, machten wir noch einen Abstecher nach Nordirland. Die Küste ist auch bei Dauerregen beeindruckend und noch waren wir guten Mutes, denn rein statistisch regnet es in Irland zwar oft, aber nicht immer.Irland5Der  Glenveagh Nationalpark entpuppte sich als Schloss mit Garten, vor allem letzterer ist sehr hübsch. Der Wald drumherum ist für irische Verhältnisse sehr dicht und üppig, mit schön bemoosten Stämmen, mittendrin ein großer See, aber leider wenigen Möglichkeiten für ausgedehnte Rundwanderungen. Irland6Die laut Reiseführer einsamen und leeren Landschaften des Nordens sind zwar nicht gerade übervölkert, aber sehr zersiedelt, sehr überweidet und sehr vom Torfabbau zerstört. Allerdings weiden dort die Schafe, die für den Donegal Tweed zuständig sind. Irland7Die Küsten sind grandios, felsig, zerrissen und steil. Dazwischen gibt es wunderbare Sandstrände mit türkisblauem Wasser. Als Garnierung steht immer irgendwo ein alter, verfallener Turm. Das ist sehr, sehr schön. Wir klapperten große Teile der Westküste ab. Dabei durften die Klippen von Slieve League in Donegal,Irland8 Heinrich Bölls Achill Island im County MayoIrland9 und die Cliffs of Moher natürlich nicht fehlen, schmücken sich doch alle drei mit dem Attribut der highest sea cliffs in Irland. Letztere waren in dicken Nebel gehüllt und nur für einen kurzen, bezaubernden Moment ließ sich die Sonne blicken.Irland14Eine weitere beeindruckende Naturlandschaft ist der Burren, ein Karstplateau. Auch hier immer wieder Ringforts, Hügelgräber und der berühmteste Dolmen Irlands, endlich mal etwas Sonne und natürlich ausreichend Regen.Irland13Kurze Zwischenstopps in Galway und Kilkenny mit Straßenmusikern und bunten Häuschen boten ausreichend Stadtluft für uns.Irland12Der, vermutlich wunderschöne, Ring of Kerry verbarg sich hinter einem dichten Regenschleier. Irland15Die Spitze der Dingle-Halbinsel konnten wir dagegen an einem beinahe durchgängig sonnigen Tag per Rad erkunden (also nicht, dass wir nicht nass geworden wären). Ringforts, Bienenkorbhütten und eine alte Kapelle ergänzten die Aussicht auf’s Beste. Irland17Eine Wanderung im Killarney Nationalpark komplettierte die Zeit im Südwesten des Landes. Auch hier findet man wieder die irische Besonderheit von Schloss und Park als Nationalparkzentrum.Irland16Der Rock of Cashel ist eine wirklich große Klosteranlage und eine der wenigen, wo auch noch Reste der einstigen Ausstattung zu sehen sind. Irland18Das gilt auch für die Jerpoint Abbey, die schon auf dem Rückweg zur Fähre im Süden lag. Die vielen anderen Ruinen sind auf Dauer dann doch recht ähnlich und irgendwann hat man genug vor- und frühchristliche Steine gesehen.Irland19Fehlen noch die Cottages. Das ein oder andere gibt es tatsächlich. In der Regel beherbergen die einen Laden, eine Kneipe oder ein Museum. Die Mehrheit der Iren wohnt allerdings ganz pragmatisch in Fertigteilhäusern, die nach vier oder fünf Bauplänen gebaut im ganzen Land gleich aussehen und in der Regel von einer Asphalt- oder Kiesfläche umgeben sind. Im wärmeren Süden gibt es dann auch den ein oder anderen hübschen Garten.

Da, wo die EU den Tourismus fördert, wird ohne Rücksicht auf den Charme eines Ortes geklotzt und nicht gekleckert. Manchmal sind dadurch sehr schöne Museen entstanden, oft genug ist das Naturwunder hinter einer fetten Mauer verschwunden. Meist finden sich diese Auswüchse sehr punktuell und ein paar Meter weiter kann man nach Herzenslust gucken, sofern da nicht ein Zaun steht, denn Privatland ist heilig. Wieder einmal mussten wir feststellen, welch ein hohes Gut das freie Betretungsrecht der Landschaft in Deutschland ist.Irland10Mit viel Regen hatten wir gerechnet, mit so viel dann aber doch nicht. Am Ende hatten wir keinen einzigen komplett trockenen Tag, dafür aber eine Menge durchgängig nasse und trübe. Für solche Tage empfiehlt sich dann der Start mit einem Full Irish Breakfeast mit Grützwurst (Pudding), Schinken, Ei, Bohnen und den unvermeidlichen Chips- fettig, sättigend und wärmend und mit einer großen Kanne Tee durchaus eine Option, wenn den Kocher wegen Sturm und Regen gerade mal wieder keiner bedienen will. Irland11Am Abend  kann man in den zahlreichen Pubs im Trockenen sitzen. Der Stimmung kann man sich einfach nicht entziehen und selbst ich sehe mich da genötigt, mal ein Bier zu trinken (solange es kein Guinness ist) und ein bisschen mit dem Fuß zu wippen.

Also, alles in allem, Irland ist schön, keine Frage, aber so begeistert, das wir gleich noch mal hinwollen, sind wir nicht. Eine der schönsten Seiten des Landes sind allerdings die immer höflichen, freundlichen und gut gelaunten Iren. Man kann noch so ungeschickt im Weg stehen, blöde Fragen stellen, schon wieder eine Extrawurst wollen, an den falschen Straßenrand fahren, nicht verstehen, was der da jetzt gesagt hat, immer wird man Hilfe und eine zuvorkommende Antwort erhalten.

Zwei Minitaschen

„Carry Me“ ist ein Band aus meiner Sammlung japanischer Nähbücher, der schon lange im Regal steht, aber noch nie zum Einsatz kam. Das hat sich jetzt geändert. Ich brauchte und nähte ein schwarzes Jäckchen. Von den 80 cm Wollstoff blieb nicht viel übrig, aber der Rest ließ mich doch über ein Täschchen zur taschenlosen Jacke nachdenken, denn Taschentuch, Schlüssel und Kamera sollten auch noch mit. Im Buch gab es zwei kleine Taschen, die mir gefielen. Ich schnitt beide Schnittmuster aus, um zu probieren, welches sich auf den Resten unterbringen lässt. Mit ein bisschen Trixerei passten alle Teile drauf, macht nichts, nähe ich eben zwei Täschchen. In meiner Restekiste fanden sich auch noch ein passender Futterstoff und Lederstückchen, im Kleinteilefundus Reißverschlüsse, Knopf und Metallringe. Nur die Nieten musste ich kaufen.DSC02885Small Purse und Circle Pochette hatte ich mir ausgesucht. Beide sind als kleine Begleiter zu größeren Taschen gedacht. Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Buch – es gibt immer Tasche und Täschchen oder Beutel und Beutelchen, die zu- oder ineinander passen. Im Gegensatz zu anderen japanischen Nähbüchern sind die Anleitungen in „Carry Me“ relativ knapp gehalten und die Zeichnungen sehr klein. Das Buch ist keine Empfehlung für blutige Anfänger. Die Taschen sind allerdings wunderschön, aus ungewöhnlichen Stoffen genäht und mit liebevollen Details versehen.  Ich habe größtenteils genäht, wie ich dachte und die Anleitung Anleitung sein lassen.DSC02888Bei der Kreistasche musste ich etwas puzzeln. Mein Stoff hat eine ganz leichte Fischgratstruktur. Ich schnitt die eine Seite der Tasche, wie vorgesehen, als Patchwork mit unterschiedlichen Musterrichtungen zu. Für die Rückseite reichte der Rest dann nicht, auch nicht für einen einfachen Kreis. Ich entschied mich für zwei Halbkreise und ergänzte den fehlenden Zentimeter durch einen Reißverschluss, mit dem Effekt, dass ich jetzt eine zusätzliche Seitentasche habe.DSC02887 Die hat sich schon als sehr praktische Ergänzung entpuppt. Auch der Henkel ist gestückelt, was aber bei dem dunklen Stoff nicht auffällt. Die roten Reißverschlüsse greifen die Farbe des Futters wieder auf, die Nähte sind ebenfalls rot abgesteppt. Das Täschchen hat sich schon sehr gut bewährt, passt durch die Farbe zu allem, fällt nicht ins Gewicht und ist doch groß genug für die wichtigsten Utensilien.

DSC02881Die Small Purse ist wirklich klein. Ich habe sie so genäht wie vorgesehen, nur am Boden gibt es eine zusätzliche Naht. Außerdem ist mein Futter nicht aus Seide, eine Tasche soll ja schließlich etwas aushalten. Der Knopf wurde mit dem Futterstoff bezogen, der Lederhenkel ist etwas länger und aus zwei Stücken zusammengenietet. DSC02883Weil ich mich an die Nieten nicht gleich herantraute, ist das Täschchen gerade erst fertig geworden und noch unbenutzt. Da es keinen sicheren Verschluss hat, taugt es wahrscheinlich nur als tragbare Hosentasche, aber manchmal braucht man ja genau die.DSC02891

gezeigt bei RUMS

Ende der Ferienpause

Die Ferien sind vorbei und auch wenn wir das ablehnen, ’s hilft ja nüscht …DSC02734Ein Urlaub auf der grünen Insel, Ausflüge und viele Feiern liegen hinter uns, ein paar weitere stehen noch an. Ich versuche den Stapel mit den angefangen Sachen zu verkleinern und lasse mich doch immer wieder von neuen, dringenden Ideen verführen.DSC02726Besonders dringend gerade die Aufhübschung eines ziemlich großen und deshalb nicht zu verpackenden Geschenkes. Zu diesem Zwecke soll da eine Wimpelkette hängen, versehen mit zum Geschenk passenden guten Wünschen und natürlich selbstgenäht und natürlich von derjenigen aus der Schenkendenrunde, die da nähen kann. DSC02727Ich mache so was sehr konsequent kurz vor knapp und hatte deshalb heute gut zu tun.Was Wimpelketten angeht, habe ich Einiges aufzuholen, sprich keine Ahnung, denn bis auf zwei einzelne Wimpel habe ich bisher keine genäht. DSC02728Ich habe sie also zu Übungszwecken schön lang gemacht. Fünf Meter Schrägband mit 26 Wimpeln und sieben Namensanhängern warten da jetzt an meinem Regal auf das Wochenende. DSC02729Alles in blau, weiß und rot, weil ich weiß, dass das zur Deko passen wird und ausschließlich aus vorhandenen Resten genäht. Die eine Seite ist gemustert und die andere einfarbig. Letztere wurde mit den Wünschen versehen.DSC02733Der Text ist mit Textilmarkern aufgebracht. Ich habe kurz über Transferpapier nachgedacht, fand die handschriftliche Variante dann aber schneller und individueller. Das war heute meine Dienstagsbeschäftigung

Stadtbummel

Eine Feier in der alten Heimat ließ Zeit für einen Verdauungspaziergang durch die Stadt. DSC00876Mit der klassischen Silhouette in dramatischem Licht, 2016-06-19einem  Streifzug durch den SommerNaturGarten der alten Neuen Residenz (hinter diesen Türen habe ich studiert) DSC00885und einen Besuch im Moritzburg-Kunstmuseum, wo wir uns von der „Magie des Augenblicks“ verzaubern ließen.

So sieht er also aus, mein Sommerrock. Die Farbe finde ich nach wie vor wunderbar und die Form stimmt auch. Im Moment hat das Leinen noch sehr viel Stand, was manchmal etwas ulkig aussieht. Der Fall sollte aber von Wäsche zu Wäsche besser werden. Der Bund müsste vermutlich etwas tiefer angesetzt werden, da die Kleidertaille weiter oben liegt als der Rockbund. Das würde ich beim nächsten Mal noch ändern.2016-06-25

Das war mein erster Versuch mit „Kleider nähen“. Eine Größe größer zu nähen, als ich normalerweise trage, war die richtige Entscheidung. An den Hüften habe ich etwas zugegeben. Das wäre nicht nötig gewesen, denn dort ist jetzt etwas Luft. Durch die vertauschten Schnittteile stimmt allerdings auch die Nahtlinie nicht ganz. Beim zweiten Versuch sieht das besser aus. Denn da der Test geglückt war, habe ich mit dem Rockteil auch gleich noch das eigentlich angedachte angedachte Kleid genäht und dort sitzt dann auch die Taille wo sie hingehört.

MMM im Anna Dress

Heute trage ich das hier schon angekündigte Annakleid.2016-06-22 Die Änderungen der Probebluse habe ich übernommen, zusätzlich noch den Rückenabnäher vertieft und die Teilungsnaht im Rücken etwas hochgesetzt. Die Länge ist original, weil mir das beim ersten Anprobieren ganz gut gefiel. Vielleicht werde ich aber doch noch auf meine gewohnte knieumspielende Länge kürzen. Das Stöffchen ist eine ganz leichte Baumwolle, die ich vor längerer Zeit mal auf dem Stoffmarkt gekauft habe.

Viel sommerliche Kleidung gibt es heute beim MMM.

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