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Archive for the ‘alte Hüte’ Category

september8Das Kind zieht Strümpfe am liebsten bis hinter die Ohren, wünschte sich also welche, die so lang sind, wie das Knäuel reicht. Das hätte bedeutet, an den Zehen zu beginnen. Geht natürlich, mache ich aber nicht gerne. Was Socken angeht, bin ich furchtbar altmodisch. Ich strickte den Fuß also mit offenem Anschlag vom Knöchel an abwärts und den Schaft dann vom Knöchel an aufwärts. Letzteren für beide Socken gleichzeitig, indem ich beide Enden des Knäuels verstrickte. Das gibt eine halbe Masche Versatz an der Anschlagreihe, die aber nicht weiter auffällt. Übrig blieb nur das Stückchen, an dem die Socken jetzt aufgehängt sind. Das sie trotzdem nur wadenlang sind, liegt daran, dass das Knäuel schon begonnen war. Weder die Farbkombination noch die Streifenbreite hätte ich jemals erstanden, wenn da nicht vor Jahren mal ein Eckchen rot gefehlt hätte. Gelegenheit, ein älteres Werk zu zeigen:september11Damals wollte ich dem noch sehr kleinen Fräulein Sonne einen Ringelpulli stricken. Bei der Suche nach geeignetem, strapazierfähigem und waschbarem Material, stieß ich auf schöne rot-gelb geringelte Sockenwolle – prima! Reduziert war sie auch noch, da sie als Wolle zur eben stattgefundenen Fußball-WM nach Abschluss derselben nicht mehr gefragt war. Ich ringelte fröhlich spanisch vor mich hin, bis die Wolle vor dem letzten roten Ringel alle war. Rot-gelb war leider aus. Es gab aber noch rot-blau für welche Fans auch immer. Ich schnitt also ein paar rote Streifen aus dem Knäuel und vollendete das Werk. Das wurde über  viele Jahre gern getragen und legte vermutlich den Grundstein für die anhaltende Zipfelkapuzenliebe des Fräuleins. Momentan hüpft die Kapuze meines Wissens irgendwo im Erzgebirge rum.september10Zipfelkapuzenpulli von 2006, aus doppelter Sockenwolle und nach eigener Idee – was war das Kind damals noch klein und niedlich.september9Ansonsten interessiert mich Fußball nicht die Bohne, so dass ich mir beim Nähtreffen neulich folgendes anhören durfte: „Warum willst’n nich Fußball spielen? Kannste wohl nich? Ich kann dir’s aber beibringen? “ Ich musste den charmanten jungen Mann leider enttäuschen und das generöse Angebot ablehnen – ich will einfach nicht.

Gezeigt beim Creadienstag

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Ich habe gerade keine große Lust zu schreiben. Deshalb jetzt mal eine schnöde Auflistung der Dinge, die da im Sommerloch entstanden sind.

Da wären z.B. Socken – ein Mal aus selbstmusternder Sockenwolle für’s Töchterlein und ein Mal Resteringel von da für mich. september4

Außerdem eine Hose für’s Fräulein Sonne (mit passendem Muster für eine bäumekletternde, höhlenkriechende, bücherverschlingende junge Dame). Der Schnitt ist wieder aus meinem Japanbuch, aus dem sie schon die heißgeliebte bunte hat.september2

Weiter nähte ich zwei Piratenshirts für den Schulanfang des kleinen Räubers und für seinen noch kleineren Bruder (Mickey aus der Ottobre und die kleine Version aus demselben Heft)september6und ein passendes Stiftemäppchen (sleeping-bag.pouch von aylin).Schon länger gibt es die neuen Bezüge für die vom Müll geretteten Stühle (was den Sohn der Freundin die Vermutung aussprechen ließ, dass es mit uns jetzt wohl bergab ginge, wenn wir neuerdings mit Weinglas und Stühlen verreisen würden. Mit solchen Komplimenten ist der Nachwuchs großzügig. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, in unbeobachteten Momenten darauf Platz zu nehmen)september7

und schließlich das grüne Kleid vom Juni-Nähtreff (welches hervorragend zu den grünen Socken passt – zumindestens zu Hause) nach dem Lieblingsschnitt Simplicity 7051.september1

 

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Zum Monatsende ist mal wieder ein Deckenzwischenstand fällig. Sie wächst langsam und kontinuierlich. nov1Ich bin inzwischen tief in meine Restekisten vorgedrungen. Hier liegen unter anderem Stoffe meines allerersten Quilts. Vielleicht eine gute Gelegenheit zurückzuschauen?  nov12

Meine erster Patchworkquilt war eine ziemliche Stümperei. Eine irgendwoher geerbte poliirgendwas Decke in grauenvoller Farb- und Musterzusammenstellung, die aus der Matratze des studentischen Mitbewohners tagsüber ein Sofa machte, erregte mein Mitleid und gipfelte in dem Plan ein Patchwork darüberzuzimmern. Gesagt, getan – so richtig klassisch mit Rosen und Rot.  In vor-Internet-Zeiten konnte man natürlich nicht schnell in den Weiten des WWW schauen wie so was geht. Ich hatte irgendwo mal ein paar Bilder gesehen und habe einfach angefangen. Ohne Ahnung von Blöcken und Binding. Was schief wird, muss man halt geradebiegen. Da das Monstrum weder längs noch quer wirklich unter die Maschine passte, gab es eine Menge geradezubiegen. Mit viel schieben und drücken und immer wieder per Hand nachbessern sah es am Ende tatsächlich viel hübscher aus als vorher. Solange wir noch in derselben Stadt wohnten, brachte der Freund das gute Stück immer mal zum Ausbessern vorbei. Und als ich ihn neulich besuchte, bekam ich am Lagerfeuer die olle Decke um die Schultern gelegt. Sie hat also immerhin schon fast 20 Jahre durchgehalten. Irgendwo gibt es auch ein Bild davon – allerdings ein analoges und ich habe keine Ahnung wo.nov13

Ich hatte Feuer gefangen und begann mich ernsthafter mit Patchwork zu befassen. Lesen, schauen, stöbern – ich finde die Geschichte(n) hinter solchen textilen Entwicklungen immer sehr spannend. Dieses Interesse führte in erster Linie zur Erweiterung der Bibliothek und irgendwann tatsächlich zu einer weiteren Decke. Mein zweiter Patchwork-Quilt wohnt noch bei mir und hat es sogar schon mal in den Blog geschafft.nov14

Später entstand noch ein weiterer Quilt – allerdings ohne Patchwork. Wieder ein aufhübsch-Projekt, bei dem eine Acryldecke einfach zwischen zwei schönen Stoffen verschwand, die miteinander versteppt wurden. Auch die Reste dieser Stoffe werden jetzt hexagonisiert.

Zwischendurch gab es dann das ein oder andere Patchwork Projekt, aber keine Decke mehr. Jetzt wo die Sechseck-Decke wächst, sprießen natürlich auch weitere Pläne – mal sehen ob sie über das Gedankenspielstadium hinauskommen.

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„War denn die Taube mit der Einladung schon da?“, erkundigte sich das Fräulein jedesmal,wenn sie in den letzten Tagen im Regen aus der Schule kam. Damit erinnerte sie mich daran, dass ich schon längst ein weiteres Bild unserer Holzbasteleien zeigen wollte. Denn damals hatte der Weihnachtsmann nicht nur die Maus im Gepäck, sondern auch ein großes Schiff mit vielen Tieren. Die Vorlage stammte wieder aus diesem Buch.mai6Die Arche hat mittlerweile einige wilde Deckenozeane überquert, an zahlreichen Teppichkantenufern angelegt und auch den Badewannentest bestanden. Ihre Tiere haben zwar keine Sintflut, aber ungleich härtere Einsätze im Chaos des Kinderzimmers, in Garten und Sandkasten überlebt. Inzwischen führen sie ein ruhigeres Leben, werden aber, wenn kleine Gäste kommen, gern mal wieder rausgekramt.

mai5

Ja, was für eine Einladung soll die Taube denn nun bringen? „An der Arche um Acht“ steht darin und das ist eine Leseempfehlung für alle, die über Gott und die Welt noch schmunzeln können. Das Fräulein jedenfalls, liebt dieses Büchlein und kann es in weiten Teilen auswendig.

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Seide

Taschen sind der Gegenstand des aktuellen Themenmonats bei Meike. Taschen sind es auch, die ich an Schnitten am häufigsten ergänze. Man kann Kleinigkeiten genau so gut darin verstecken, wie die Hände (auch wenn das manchmal nicht besonders ladylike ist). Bei Kleidern und Röcken sind es ganz oft Seitennahttaschen, einfach zu nähen, nahezu unsichtbar und der Stil des Kleidungsstückes bleibt wie er ist.  Nun soll es aber um besondere Taschen gehen, um Taschen, die Akzente setzen. Auch solche Taschen habe ich schon genäht, allerdings sind da vor allem Klassiker vertreten:

Nahttaschen, Passentaschen, Pattentaschen, mal mit farbigem Garn, mal mit einem Schnipsel des Bündchenstoffes akzentuiert – ganz nett, aber alles schon mal dagewesen.

Ein Kleidungsstück mit origineller Taschenlösung, die mal wieder auf dem „wer Schnäppchen will, muss Kompromisse schließen“ Prinzip fußt, habe ich dann aber doch noch. 70 cm lieblingsgrüne Seide hatte ich vor Jahren mal aus einer Restekiste gefischt. Ein kurzes Seidenjäckchen wollte ich daraus nähen. Doch auch die knappsten Jäckchen im verfügbaren Schnittefundus verlangten nach mehr Stoff. Mit ein wenig Tüftelei und unorthodoxer Schnittgestaltung (will heißen Teilungsnähten quer über Bauch und Rücken und ungleichem Fadenlauf) ist es doch noch ein Jäckchen geworden. Die Taschen, deren Zweck das verdecken der oben genannten Entgleisungen ist, sind nicht nur praktisch, sondern geben dem ansonsten schlichten Teil eine eigene Note. Durch die Struktur der Seide und den unterschiedlichen Fadenlauf entsteht ein wechselnder Längs-/Querstreifeneffekt der mir gut gefällt.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und trage das Jäckchen oft. Kombiniert mit schmal geschnittenen, schwarzen Sachen ist die Bandbreite der Gelegenheiten, bei denen man damit weder zu schlicht noch zu schick und trotzdem nicht langweilig gekleidet ist ganz enorm.

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Vor vielen, vielen Jahren entdeckte ich in der hallischen Stadtbibliothek ein Buch über die Mola-Technik, war fasziniert und wollte sie unbedingt ausprobieren. Ich nähte frei Schnauze ein dreilagiges Westchen, schnippelte und nähte Pi mal Daumen Stück für Stück ein Muster rein. Das Ergebnis bekam meine Mutter zu Weihnachten.

Vor einem halben Jahr kam sie damit an. Sie fände es zwar immer noch schön, fühle sich aber nun zu alt dafür und zum im Schrank liegen sei es ja wohl zu schade. Seitdem hängt es in meinem Schrank und darf, wie heute (ja heute, nicht gestern), immer mal raus. Die Passform ist nicht die Wucht, die übrige Verarbeitung aber ganz ordentlich – immerhin gibt es nach der langen Zeit  (die verarbeiteten Stoffe stecken auch in meiner 15 Jahre alten Patchworkdecke) nur wenige Stellen die ausgebessert werden müssen. Die Technik finde ich nach wie vor toll und habe gerade große Lust, damit wieder ein wenig zu experimentieren.

Hier sieht man das Muster komplett. Bügeln lässt die Beulen verschwinden. Insgesamt bleibt aber ein etwas knittriger Effekt, wie bei anderen Patchworkarbeiten auch.

Mehr Selbstgemachtes heute hier.

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Drachenlady

Es begann damit, dass vor einigen Jahren „Der kleine Drache Kokosnuss“ ins Bücherregal einzog. Wenig später folgten „Jim Knopf“, „Tabaluga“, „Der kleine Ritter Trenk“ und „Der Drache in der Schultasche“. Zu allem Überfluss bekam der beste Freund  zum Schulanfang ein Drachenbeschützerset geschenkt. Was wünschte sich das Töchterlein zum eigenen Schulanfang ?- richtig! Und was musste auf dem Ranzen, der Zuckertüte und dem Einschulungskleid sein? – richtig! Das letzte Faschingskostüm? – keine Frage! Und zu guter Letzt – wer darf mit ins Bett? – genau.  Habt ihr mitgezählt? Es sind im letzten Jahr hier einige Drachen genäht, gefilzt und gemalt worden und ein Ende ist nicht in Sicht. Denn: „Meine Schuhe sind kaputt“ – verkündete das Kind heute Morgen.

oben v.l.n.r. China Grass (Ottobre 3/08); Drüber (Farbenmix); Hannel (Farbenmix)

Soviel zum Thema Mädchenmütter dürfen immer in rosa, mit Prinzessin und ganz viel Tüddeldü … ich mag die Drachenlieblingsgeschichten vom Töchterchen aber allesamt sehr gern.

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