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Archive for the ‘genäht’ Category

Burgnäherei

Am Wochenende war ich in der sächsischen Provinz zu einem kleinen, feinen Nähtreffen. Doreen hat sich um alles gekümmert und nicht nur das Großraumatelier und eine Burgbesichtigung organisiert, sondern uns das Nähen in der schönsten Form versüßt. Schon ganz lange wusste ich, dass ich mich dort endlich mal an eine Jeans wagen würde. Das war am Ende gar nicht so schwer und bisher passt die Hose besser, als jede gekaufte Jeans. Ganz fertig ist sie noch nicht, da meine Maschine bei den ganz dicken Steppnähten ausstieg. Da muss die Hundertjährige noch mal ran.Mein zweites Projekt war ein ganz einfacher Rock. Doch immer, wenn kein Fitzelchen Stoff zur Rettung übrig ist, neige ich zu grobem Unfug. So auch hier. Allerdings war es schon ziemlich spät und ich versuchte nicht nur zu nähen, sondern auch noch zu quatschen, Rocklängen und Karoanpassungen zu kommentieren und hatte ein Gläschen Sekt neben der Maschine stehen. Keine gute Basis für einen Rock, dessen Stoff zwei gleiche Seiten hat und bei dem Vorder- und Rückseite aus den selben Teilen bestehen, die spiegelbildlich zusammengenäht werden müssen. Ich würde mal behaupten, dass ich unter den gegebenen Umständen gar keine Chance hatte … Jedenfalls stand ich am späten Abend mit zwei identischen, dafür ordentlich versäuberten und Naht für Naht abgesteppten Teilen da. Auftrennen hätte den Stoff zerstört. Ich wählte die rabiate Lösung und schnitt die Rockteile an den Teilungsnähten auseinander. Neu genäht war dann schnell und das er jetzt zwei Zentimeter kürzer ist, ist gar nicht so schlimm. Da der Rock im schrägen Fadenlauf zugeschnitten ist, braucht er keinen Verschluss. Dazu trage ich mein Frühlingsjäckchen von hier. Der Schnitt ist Harlingen von der Schnittquelle, der Stoff ein Rest von diesem Rock. MMM

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Das Kleid, welches Anni kürzlich zur Adoption freigab, ist bei mir gelandet und passt gut. Es ist sehr bequem und die Farbe fügt sich wunderbar in meinen Kleiderschrank. Ein Weilchen hat es noch gedauert, bis ich die Säume genäht hatte (und ordentlich gebügelt sind sie immer noch nicht), obwohl farblich exakt passendes Garn da war.2017-03-01 Zu den frühlingshaften Temperaturen passt es prima und wird heute vom flatterhaften Gehröckchen ergänzt. Was damals (2011) nur als Probeteil entstand, ist schon seit Jahren ein Dauerbrenner in meinem Kleiderschrank und auch wenn Zwischenmassschnitten keine anfängertaugliche Beschreibung beiliegt, sind sie gut gemacht und haben eine prima Passform.

MeMadeMittwoch

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Brot und Butter …

dsc04749Shirts fürs Fräulein – unser Ottobre-Standardschnitt und Stoffe aus dem Schrank.

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Jahresquilt

Selbstauferlegte kollektive kreative Verpflichtungen, neudeutsch Sew Alongs bremsen meine Motivation erfahrungsgemäß eher aus. Logische Konsequenz ist, dass ich anderen sehr gern dabei zuschaue, aber möglichst nicht selbst mitmache. Nun gibt es diese Aktion. Schon ganz lange möchte ich einen Sampler Quilt nähen und nun hat mir sogar jemand die Qual der Wahl abgenommen und feine, kleine Anleitungen für jeden Block erstellt … was soll da noch schief gehen? Ein Blöckchen pro Monat ist ja nun wirklich keine Verpflichtung. Einzig die Faulheit die Restekisten ganz oben vom Schrank zu angeln und durchzusehen hielt mich noch vom Mitmachen ab. Denn so sehr mir die frischen, modernen Quilts aus aufeinander abgestimmten Stoffen gefallen, so sehr gehören Patchwork und Resteverwertung für mich zusammen. dsc05174Beim Sichten potentieller Kleiderstoffe fürs Teenietöchterchen fand ich zwei gut abgelagerte Stöffchen, die ich ursprünglich mal für süße Kleidchen gekauft hatte. Süße Kleidchen mochte die Zipfelkapuzenprinzessin nicht und so blieben sie liegen. Die Farbe ist auch nicht ganz unsere, die feste Qualität aber durchaus patchworktauglich. Das wäre also die Gelegenheit diese Quasireste zu verarbeiten. Die Menge sollte ganz knapp reichen, wenn ich nicht irgendwo mal gravierende Fehler einbaue (was ich ganz sicher mache und dann muss ich mir was einfallen lassen). Ich habe also die ersten beiden Blöcke zugeschnitten und genäht und wieder einmal festgestellt, dass ich akkurat einfach nicht kann. Ich behaupte mal, dass das charmant ist , denn Material für Korrekturen ist nicht da. Für den nächsten Block bekommt der Rollschneider eine frische Klinge und dann wird alles gut …

Rolling Stone (Januar) und Churn Dash (Februar)

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MMM – Pulli Leval

dsc05170Hier ist ja immer noch Winter und eigentlich ist es für meinen neuen Shirtschnitt viel zu kalt. Es sei denn ich nähe das Shirt aus einem Strickstoff. Der rote Rest reichte gerade so, also eigentlich gerade nicht, denn es hätten noch Belege dazu gehört. Die schnitt ich aus einem Jerseyrest, denn Strickstoff in sechsfacher Lage wäre vermutlich sowieso zu dick geworden. dsc05171Mit den Jerseybelegen funktionierte es aber auch nicht, der Strickstoff ist dafür einfach zu weich. Ich trennte also wieder raus und  schwankte noch zwischen Dreifachzickzack und Handsaum, als mir einfiel, dass ich mit dieser Maschine noch keinen Zwillingssaum probiert habe. Klappte prima und die Wülste, die das Foto am Saum zeigt, sind in Wirklichkeit gar nicht da.  img_4939Der Schnitt ließ sich unkompliziert und schnell nähen, passt ohne Änderungen gut und ist durch Ausschnittform und Fältchen nicht langweilig.

Schnitt Leval/Schnittquelle, Strickstoff aus Wolle und Kunstfaser, gezeigt beim MMM

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Neben Stoffen für Neues, Stoffresten für Kleinteile, Stoffrestchen für Patchwork, (Strickwolle, Spinnwolle, Filzwolle,) usw. stapeln sich hier auch einige Kisten mit Klamotten, aus denen man noch etwas machen könnte. Da kennt die Verwandtschaft nämlich nichts und spendet großzügig… Ab und zu mag ich die Herausforderung im simplen Kaffeeröster-Pulli das Potential für individuelle Stücke zu entdecken.dsc04937Hier sind zwei Fleecejacken und eine Weste (der schon ein paar Teile fehlten, die in meinem Wintermantel stecken) zu einem bunten Mäntelchen fürs Fräulein geworden. Die zweite schwarze Jacke auf dem Bild wartet noch auf ihre Bestimmung. Der Grat zwischen gelungenem Recycling und „sieht aus als hätt’se paar olle Shirts zusammengestoppelt“ ist ja recht schmal. Ich versuche letzteren Eindruck zu vermeiden, indem ich mich auf wenige Farben und Materialien beschränke, viel auftrenne, sowie neu und oft auch nach Schnittmuster zuschneide, so dass am Ende ein in sich stimmiges Stück entsteht.

Hier habe ich nach Katwise Manier (allerdings mit viel, viel weniger Material), die Ärmel zu einem Rockteil zusammengesetzt. Zwei der Streifen enthalten die Pattentaschen der grauen Weste. Reißverschluss und Kragen samt Belegen sind ebenfalls unverändert von der Weste übernommen. Aus der besser erhaltenen schwarzen Jacke entstand ein Oberteil nach dem Schnitt Punjab von der Schnittquelle. Rock- und Oberteil wurden zusammengesetzt und freihand ein Vokuhila geschnitten (Fehler!-der Reißverschluss war am Ende zu lang und ich musste schummeln). naehen171Die gesamte Jacke habe ich dann von außen auf Reißverschluss und Kragen aufgesteppt. Die Kapuze, deren Hauptteile aus der roten Jacke entstanden, ebenso. Die Overlocknähte liegen teils innen, teils außen. Manche Teile sind nur mit der Ovi versäubert und dann mit der normalen Nähmaschine offen aufgesteppt. Das entscheide ich relativ spontan nach Materialdicke und Aussehen.dsc04959 Das Töchterchen hat die Jacke schon gut eingetragen und findet vor allem die Kragen-in-Kapuze Lösung gut.

Creadienstag, Einab

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Wintermantel

dsc04108Im November, als der Wintermantel Sew Along endete, war mein Mantel gerade mal zugeschnitten, immerhin 56 Teile (plus Einlagen, Paspeln, Reißverschlüsse). Außerdem war es so warm, dass die Motivation eine richtig dicke Jacke zu nähen einfach nicht da war. Jetzt aber ist es kalt, wir haben seit langem mal wieder richtigen Schnee und es sieht so aus, als ob der ein paar Tage liegen bleibt (meinetwegen darf bis Ende Februar Winter bleiben, auch wenn ich immer das Gefühl habe, dass ich mich da ganz alleine drüber freue).dsc04835Ich habe also Stück für Stück genäht, gepaspelt, gefüttert, getrennt, auf-, ein- und zusammengesetzt und jetzt einen schönen warmen Mantel, gestern schon mal kurz gezeigt. Die Waffle-Pattern-Anleitung war wieder super. Alles ist ausführlich, dabei übersichtlich und ohne Umwege erklärt. dsc04839Ich habe zusätzlich eine Lage Thinsulate mit verarbeitet. Das hatte ich vorher noch nie gemacht und gehörigen Respekt davor. Probleme machte die zusätzliche Schicht aber nur beim Einsetzen der Ärmel, da sich die Armkugel schwer einkräuseln ließ und so ganz faltenfrei sitzen die Ärmel trotz mehrerer Versuche nicht. Körper und Ärmel sind mit gängigem, hübsch kariertem Flutschfutter versehen. Da mache ich ja gerne mal Murks, dieses Mal hat das aber erstaunlich gut und beinahe auf Anhieb geklappt. An Passe, Taschen und Ärmelriegeln sind Reflektorpaspeln eingefügt, da der Schnitt sich für Paspeln anbietet und gesehen werden immer gut ist. Kapuze und Taschen sind mit einem alten Fleecepulli gefüttert. Ich mag es, dass er jetzt wieder meine Ohren und Hände wärmt. naehen17Für die Taschen ist eigentlich kein Futter vorgesehen. Ich nähte die Tasche nach Anleitung, ergänzte die Paspeln und schnitt ein zweites Taschenteil ohne Nahtzugabe zu. Die Nahtzugabe der Außentasche klappte ich dann über das Futter, heftete und steppte alles gemeinsam auf den Vorderteilen fest. Innen am Reißverschluss ist das Futter von Hand festgenäht. Die Ärmelknöpfe sind aus meiner großen Kiste und wieder einmal, entpuppten sich vier vermeintlich gleiche Knöpfe, als vier minimal verschiedene. Die beiden ähnlichsten zieren jetzt die Jackenärmel.dsc04836

Wintermantel Sew Along für Trödler, Rums

 

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