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Joseph’s Coat

Der Oktoberblock des 6Köpfe 12 Blöcke Jahresquilts ist der erste, der im passenden Monat fertig wurde. Er erinnert mich eher an ein Herbstblättermandala. Ich habe, da in meinen Vorräten weder Sprühstärke noch die geforderte Einlage zu finden waren, mit einer ganz leichten Gewebeeinlage verstürzt. Dabei liegen die Stoffe so, dass nach dem Wenden die beschichtete Seite außen lag und ich die Blättchen aufbügeln konnte. Mit einer zusätzlichen Stecknadel an jeder Spitze gesichert, blieben sie gut in Position. Appliziert habe ich von Hand, denn ich gehöre ja zu den Leuten, die das wirklich gern machen. Dieser Block ist nicht mal so nebenbei gemacht, gefällt mir aber sehr gut.

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Lieblingsrunde

am Sonntagnachmittag. Wir spazieren durch die Heide zu den Elbschlössern und an der Elbe entlang zurück.Nach zwei Stunden Wald, Wasser, Wind und Weinberg mit buntem Laub und schöner Aussicht sind wir gut durchgelüftet. Während sich an der Elbe und auf der Schlossterasse viele Menschen tummeln, sind wir auf den Nebenwegen fast alleine. Ein Stück vom Herbst wandert in die Vase und passt mit den Steinen vom griechischen Strand dann auch in den Zen-Garten, der meistens alleine auf dem Tisch liegt.

Naturdonnerstag am Lingnerschloss in Dresden und Freitagsblümchen von unterwegs.

Reisetäschchen

Vor zwei Jahren nähte ich eine „Alles drin“ Tasche als Verpackung eines Jugendweihegeschenkes zur Londonreise. Der Reststoff wurde bis jetzt eingelagert. Da das Töchterchen sich immer öfter meine Lieblingstasche mopst, bekam sie eine eigene und um den hehren Vorsatz, keine Reste mehr anzuhäufen, gleich mal umzusetzen, entstanden noch zwei Täschchen. Ich sammle jetzt also keine Reststücken mehr, sondern Resteobjekte … . Die Tasche ist wieder „Alles drin“, gefüttert mit einer ausrangierten Hose des Fräuleins. Das größere Täschchen ist ein Machwerk-Etui, das kleinere sind die zusammengenähten Ausschnitte, die beim Zuschnitt entstehen. Letztere ist mit einem Rest Quiltbatting gepolstert.

Creadienstag

Irgendwie liegen Faltenröcke in der Luft. Als mir im Sommer ein passender Stoff in einer Restekiste begegnete, war der eigentlich gewünschte Jupe Chardon gerade nicht zu haben. Ich erinnerte mich an ein Kleid mit einem ähnlichen Rockteil in einer La Maison Victor. Der Schnitt ließ sich unkompliziert nähen und hat Taschen. Einziger Makel – der Stoff ist ein Polyesterkrepp. An sich recht griffig, meine Nähmaschine mochte ihn allerdings nicht. Am Bund ist ein Herzchenband gegengenäht und verschlossen wird mit einem Einzelstück aus meiner Knopfkiste.Auf der anderen Seite nimmt der absolut knitterfreie Stoff die Enge im Rucksack nicht übel, das reisefreundliche Muster tut ein Übriges, so dass wir jetzt gemeinsam die Wirkungsstätten der griechischen Heroen erkunden konnten. Das ist auch der Grund, warum ich Mitte Oktober so luftig zum MMM erscheinen kann und mit Wandersandalen kombiniere. Die Hoffnung, dass häufiges Tragen des Rockes im Urlaub auch zu hübschen Bildern führt, hat sich leider nicht erfüllt. Wieder einmal musste ich feststellen, dass man mich besonders gern beim Knipsen knipst: Vorzugsweise beim Fotografieren von Dingen, die sich weit unten (eigentlich Glück, dass ich nicht auf dem Bauch liege) oder weit oben und im Dunkelnoder weit weg befinden (immerhin, die erhöhte Position auf dem Brückengeländer ist doch schon ganz gut). Wenn dann Licht und Haltung mal stimmen, ist natürlich der Ausschnitt verrutscht … Die Tasche, die daran schuld ist, ist auch selbstgenäht und hat sich in den letzten Jahren bestens bewährt. Am Ende ist es mir doch nicht so wichtig, mich selbst in Szene zu setzen, wenn es rundherum so viel zu gucken gibt. Dafür kann ich sehr geduldig warten, bis 10 Cent sich in die richtige Fotoposition begibt. Schnitte: Rockteil vom Kleid Flo aus La Maison Victor Mai/Juni 2017, Tasche eigener

Ein Gruß an die beiden Elkes, die heute den MMM eröffnen, zumal die eine einen beachtlichen Anteil am Faltenrock-haben-wollen hat.

 

Vor Jahren bestellte ich mit einem Schwung Reststücke unter anderem einen knappen Meter Canvas. Unter dieser Bezeichnung kann sich ja allerlei verbergen, aber für eine Tasche sollte der Stoff auf jeden Fall taugen. Beim Auspacken stellte sich heraus, das der knappe Meter reichlich bemessen war und der Stoff außerdem 280 cm breit lag. Der Taschenplan wurde ad acta gelegt, durch eine Mantelidee ersetzt und musste erst mal warten. Nachdem ich kürzlich mit Doreen beschlossen hatte, beim nächsten Burgnähtreff einen Robson Coat zu nähen, kramte ich den Stoff raus, um festzustellen, dass der dafür dann doch nicht reichen würde. Aber die Mantelidee einfach fallen lassen? In meinem Merkmüll- Archiv ploppten ein roter und ein goldiger Burda Mantel auf, die ich auch beide in meinem Heftesammelsurium fand. Den Schnitt für den roten gab es erst ab Größe 38, der güldene ist aber eine Kurzgröße, na bitte! Über Metallic-Crashstoff, Gummismoktaille und Dreiviertelärmel sah ich erst mal hinweg und beschloss, dass das genau das ist was ich suche. Der Schnitt war schnell kopiert, der Zuschnitt dauerte etwas länger, da ein reichlicher Meter Stoff dann eben doch wieder etwas knapp ist. Zu nähen ist der Mantel sehr einfach, einzig die Steppnähte brauchen etwas Zeit und Sorgfalt. Burda steppt im Abstand von einem Zentimeter, ich habe mich am Nähfüßchen orientiert. Das ist bei meiner Maschine ein klein wenig mehr und führt zu einer Stepplinie weniger am Saum. Die Dreiviertelärmel habe ich verlängert, den Gummismok in der Taille und die Druckknöpfe durch einen Gürtel ersetzt. Der könnte ein bisschen länger sein, dafür reichte der Stoff aber nicht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr, sehr zufrieden. Der Mantel schließt tatsächlich eine Lücke im gar nicht so kleinen Kleiderschrank. Ein Obendrüber in neutraler Farbe fehlte. Es gibt doch immer mal Situationen, in denen meine eher farbenfrohen Sachen unpassend sind. Der dicht gewebte, leicht beschichtete Stoff ist recht winddicht und hält hoffentlich auch einem leichten Schauer stand. Darunter trage ich heute ein Kleid, ebenfalls nach einem Burda-Schnitt, welches bei Gelegenheit noch einen Solo Auftritt bekommt und mein heißgeliebtes Frühlingsjäckchen von 2012. Wieder einmal habe ich festgestellt, dass ich bei Burda immer ein wenig brauche, um Schnitte für mich zu entdecken. Ich nähe ganz selten aus aktuellen Heften, krame aber doch hin und wieder ein älteres Exemplar raus.

Mantel: Burda 2/2008, Mod 117, Kleid: Burda 8/2012, Mod 133, gezeigt beim MMM

Das ist mein Bunter Hund, dessen Arbeitstitel von der Radeberger Nähgruppe in das „Die-ist-nicht-ganz-knusper“-Projekt verwandelt wurde und der inzwischen so weit gediehen ist, dass ich ans Zusammennähen der Decke denken kann. Wenn da vorher nicht die Sache mit der gleichmäßigen und doch zufällig wirkenden Verteilung wäre. Damit werde ich mich sicher noch ein Weilchen beschäftigen. Mein Umfeld ist da ganz unterschiedlicher Meinung. Die Tochter kommentierte, die im Wohnzimmer ausgelegten Hexies, mit einem „das willste aber nicht SO zusammennähen“, während Claudia und Regina, denen ich das Bild beim freitäglichen Nähtreff zeigte, ein zweistimmiges „oh, toll, ein Regenbogen“ anstimmten.  Für meine Begriffe fehlt es dem Regenbogen an Ausgewogenheit und außerdem stören mich die andersfarbigen Mittelpunkte. Da die Stoffe ausschließlich aus den Resten meiner Nähereien stammen, spiegeln sich auch unsere Lieblingsfarben sehr deutlich. Ich werde also meine Hexies noch ein wenig hin- und herschieben und inzwischen die fehlenden Randstücke nähen.

Creadienstag

Heute trage ich ein weiters Teil meiner Sommernäherei. Der schwarze Rock aus meiner Dakannmannochwasdrausmachen-Kiste, ursprünglich mal ein schlichter Kräuselrock mit hübschen Pünktchen, bekam als Faltenrock ein zweites Leben.Der Gummi war mittlerweile zerbröselt und Länge und Weite sowieso etwas üppig für mich. Da mir gerade nach Faltenröcken ist, plante ich einen solchen. Als erstes wurde ein breiter Bund umgeschlagen und festgesteckt, dann ein Reißverschluss eingenäht, die vorhandene Weite auf den dreifachen Taillenumfang reduziert und die Falten gesteckt. Die liegen alle in einer Richtung und eigentlich wollte ich sie an der Oberkante in Paperbagmanier offenlassen. Dafür ist der Stoff allerdings zu weich. Also steppte ich am Bund drei mal drüber. Da der Saum erhalten blieb, war das ein schnelles Projekt.Schwarz ist so gar nicht meine Farbe, weshalb ein bunter Kombipartner dazu muss. In diesem Fall ein sehr grünes, älteres Matera-Shirt.

MMM